Die Passagierin von Mieczysław Weinberg (1968/2010)

BESETZUNG
Musikalische Leitung: Hermann Bäumer
Inszenierung: Nadja Loschky
Bühne: Etienne Pluss
Kostüme: Irina Spreckelmeyer
Licht: Sebastian Alphons
Video: Christian Weißenberger
Dramaturgie: Marlene Hahn, Elena Garcia Fernandez

Lisa: Karina Repova
Walter: Florian Stern
Marta: Nadja Stefanoff / Margarita Vilsone
Tadeusz: Brett Carter
Katja: Julietta Aleksanyan
Krystina: Lamia Beuque
Vlasta: Luisa Sagliano
Hannah: Karolina Makula
Bronka: Lucie Ceralova
Yvette: Alexandra Samouilidou
Die Alte: Ruth Müller
1. SS-Mann: Stephan Bootz
2. SS-Mann: NN
3. SS-Mann: Collin Andre Schöning
Älterer Passagier: Dogus Güney
Oberaufseherin: Kruna Savic
Kapo: Ina Meyer
Stewart: Georg Schiessl
Alte Lisa: Heide-Marie Böhm-Schmitz

Statisterie des Staatstheater Mainz
Chor des Staatstheaters Mainz
Philharmonisches Staatsorchester Mainz

„Wenn eines Tages eure Stimmen verhallt sind, dann gehen wir zugrunde.“ Mit diesen Worten macht sich Marta am Ende von Mieczysław Weinbergs Oper Die Passagierin ihre Verantwortung bewusst, all jene nie zu vergessen, die in Konzentrationslagern ums Leben kamen.

Fünfzehn Jahre nach Kriegsende reisen Lisa und ihr Mann Walter, ein bundesdeutscher Diplomat, nach Brasilien, um dort ein neues Leben zu beginnen. Doch plötzlich fährt Lisa der Schrecken in alle Glieder: In einer Frau auf dem Schiff glaubt sie Marta wiederzuerkennen, eine ehemalige Insassin im KZ Auschwitz, wo sie selbst als Aufseherin tätig war. Szenen aus dem Jahr 1944 in Auschwitz werden wieder lebendig und zwingen Lisa, ihrer Vergangenheit ins Auge zu blicken.

Basierend auf der gleichnamigen Novelle der polnischen Autorin und Auschwitz-Überlebenden Zofia Posmysz schuf Weinberg eine Oper über Schuld und die erneute Konfrontation mit der Vergangenheit. Der polnisch-jüdische Komponist, der seine Familie im Holocaust verlor, lässt die Gefangenen in verschiedenen Sprachen singen und verbindet in seiner 1968 vollendeten, jedoch erst 2010 szenisch uraufgeführten Oper spätromantische Opulenz mit Zwölftontechnik, Volkslied und Tanzmusik zu einem eindringlichen Mahnmal gegen das Verschleiern und Vergessen.

© Felix Broede

Hermann Bäumer · Chefdirigent und Generalmusikdirektor

 

Hermann Bäumer ist seit der Spielzeit 2011/2012 Chefdirigent des Philharmonischen Staatsorchesters Mainz sowie Generalmusikdirektor des dortigen Staatstheaters. Seine durchdachten und einfallsreichen Programme sowie die Auseinandersetzung mit außergewöhnlichem musikdramatischem Repertoire (u.a. deutsche Erstaufführung von Dusapins Perela, Langgaards Antichrist, Saariahos Adriana Mater und Aphergis` Avis de Tempete) bescheren ihm großen Zuspruch von Publikum und Fachpresse.

Als einstiger Berliner Philharmoniker weiß er um die Raffinessen guter Orchesterarbeit und wird für seine bescheidene und der Musik verpflichteten Art von Orchestern auf der ganzen Welt geschätzt.

Er dirigierte Orchester wie die Sächsische Staatskapelle Dresden, das Orchester der Komischen Oper Berlin, die Bamberger Symphoniker, das Bayerische Staatsorchester München, das hr-Sinfonieorchester, das Ensemble Resonanz und das Ensemble Modern, das Orchester der Norwegischen Staatsoper Oslo sowie das New Japan Philharmonic Orchestra und das Tokyo Symphony Orchestra. Seit der Saison 2016/17 ist er zudem „Conductor in residence“ bei den Hofer Symphonikern.

Darüber hinaus ist Hermann Bäumer landesweit für seine Jugendarbeit geschätzt, die sich in der regelmäßigen Zusammenarbeit mit zahlreichen Jugendorchestern wie dem Bundesjugendorchester (BJO) und dem Landesjugendorchester (LJO) Rheinland-Pfalz äußert.

Von 2004 bis 2011 war er Generalmusikdirektor des Osnabrücker Sinfonieorchesters und bekam für die Einspielung der 1. und 2. Sinfonie des Komponisten Josef Bohuslav Foerster einen ECHO Klassik. Mit dem Iceland Symphony Orchestra hat er die beiden Oratorien Edda I und II des isländischen Komponisten Jon Leifs uraufgeführt und auf CD eingespielt.

Mit dem Label cpo verbindet ihn eine langjährige Partnerschaft und so entstanden Aufnahmen von Bruch, R. Strauss, Gernsheim, Gounod, Röntgen u.a. mit der NDR Radiophilharmonie Hannover, der Deutschen Radiophilharmonie Saarbrücken/Kaiserslautern, dem Philharmonischen Staatsorchester Mainz, dem Osnabrücker Sinfonieorchester und dem Kristiansand Symphony Orchestra.

In Mainz dirigiert Hermann Bäumer nicht nur beeindruckende Sinfoniekonzerte –  2018/2019 für das „Beste Konzertprogramm der Saison“ durch den Deutschen Musikverleger-Verband ausgezeichnet –,  sondern zeigt sich natürlich auch als versierter Operndirigent. Zu den Höhepunkten der vergangenen Spielzeiten zählen unter anderem Ligetis Le Grand Macabre, Wagners Die Meistersinger von Nürnberg, Poulencs Dialogues des Carmélites, Mathis der Maler von Paul Hindemith und Boris Godunow von Modest Mussorgskij.

Im Frühjahr 2020, während der Corona-Pandemie, entstand am Staatstheater Mainz in Zusammenarbeit mit dem Regisseur Jan-Christoph Gockel und in Kooperation mit dem ZDF/3sat der Film Beethoven - Ein Geisterspiel.