8. Sinfoniekonzert

Alfred Schnittke
Suite im alten Stil (arr. W. Spiwakow / W. Milman)

Johann Sebastian Bach
Konzert für Klavier und Orchester Nr. 5 f-Moll, BWV 1056

Sergej Prokofieff
Konzert für Klavier und Orchester Nr.1 Des-Dur op. 10

Dmitrij Schostakowitsch
Die Geschichte von der kleinen dummen Maus op. 56.
Musik zu einem Cartoon-Film (arr. A. Cornall)

Klavier • Anna Vinnitskaya
Dirigent • Hermann Bäumer

1972 komponierte Alfred Schnittke seine Suite im alten Stil. Sie zeigt seine Begeisterung für Alte Musik. „Für mich“, so Schnittke, „bedeutete die Musikgeschichte nicht schon etwas Ödes aus der Vergangenheit, sondern sie war etwas Lebendiges“.
Zu Schnittkes barockisierenden Klängen passt Bachs Klavierkonzert hervorragend: Das Werk stammt aus seiner Leipziger Zeit und verarbeitet Material aus früheren, heute nicht mehr bekannten Instrumentalkompositionen.

Als Solistin am Klavier freuen wir uns auf Anna Vinnitskaya. Nach ihrem furiosen Debüt letztes Jahr bei den Berliner Philharmonikern wird sie neben Bachs Klavierkonzert das 1. Klavierkonzert ihres Lieblingskomponisten Sergej Prokofjeff präsentieren. Das einsätzige, dichte Solokonzert atmet noch romantischen Geist, zeigt aber ebenso Reife und Vision des noch jungen Komponisten.

Die Geschichte von der kleinen dummen Maus kann man durchaus als eine Mini-Oper bezeichnen. 1939 komponierte der große Sinfoniker Dmitrij Schostakowitsch diese äußerst heitere und verschmitzte Musik zu einem Zeichentrickfilm.

Anna Vinnitskaya, Foto: A. Vinnitskaya

Anna Vinnitskaya · Klavier

Der 1. Preis beim Concours Reine Elisabeth in Brüssel 2007 war für Anna Vinnitskaya der Auftakt zu einer internationalen Karriere. Publikum und Kritik schützen gleichermaßen, dass sie nicht nur spektakuläre Feuerwerke zünden kann, sondern auch große Gemälde zu malen versteht: Ihre technische Brillanz ist nie virtuoser Selbstzweck, sondern verbindet sich mit einem natürlichen, dabei farbenreichen Klang und mit der Fähigkeit zur Gestaltung langer, durchdachter Bogen. Gebürtig aus dem russischen Novorossijsk, lebt Anna Vinnitskaya heute in Hamburg, wo sie als Professorin an der Hochschule für Musik und Theater tätig ist. Ihre CD-Einspielungen wurden mit zahlreichen Preisen wie dem Diapason d’Or und der Gramophone Editor’s Choice ausgezeichnet. Anna Vinnitskaya arbeitet mit führenden Dirigent*innen wie z. B. Andris Nelsons, Kirill Petrenko, Krzysztof Urbański und Mirga  Gražinytė-Tyla und Orchestern wie  der Sächsischen Staatskapelle Dresden,  dem Danish National Symphony  Orchestra sowie den deutschen  Rundfunk-Sinfonieorchestern und  dem City of Birmingham Symphony  Orchestra zusammen. In dieser Spielzeit wird sie erstmals mit den  Berliner Philharmonikern und den  Bamberger Symphonikern zu hören  sein. Von der Dresdner Philharmonie wurde sie als Artist in Residence verpflichtet.  

 

© Felix Broede

Hermann Bäumer · Chefdirigent und Generalmusikdirektor

 

Hermann Bäumer ist seit der Spielzeit 2011/2012 Chefdirigent des Philharmonischen Staatsorchesters Mainz sowie Generalmusikdirektor des dortigen Staatstheaters. Seine durchdachten und einfallsreichen Programme sowie die Auseinandersetzung mit außergewöhnlichem musikdramatischem Repertoire (u.a. deutsche Erstaufführung von Dusapins Perela, Langgaards Antichrist, Saariahos Adriana Mater und Aphergis` Avis de Tempete) bescheren ihm großen Zuspruch von Publikum und Fachpresse.

Als einstiger Berliner Philharmoniker weiß er um die Raffinessen guter Orchesterarbeit und wird für seine bescheidene und der Musik verpflichteten Art von Orchestern auf der ganzen Welt geschätzt.

Er dirigierte Orchester wie die Sächsische Staatskapelle Dresden, das Orchester der Komischen Oper Berlin, die Bamberger Symphoniker, das Bayerische Staatsorchester München, das hr-Sinfonieorchester, das Ensemble Resonanz und das Ensemble Modern, das Orchester der Norwegischen Staatsoper Oslo sowie das New Japan Philharmonic Orchestra und das Tokyo Symphony Orchestra. Seit der Saison 2016/17 ist er zudem „Conductor in residence“ bei den Hofer Symphonikern.

Darüber hinaus ist Hermann Bäumer landesweit für seine Jugendarbeit geschätzt, die sich in der regelmäßigen Zusammenarbeit mit zahlreichen Jugendorchestern wie dem Bundesjugendorchester (BJO) und dem Landesjugendorchester (LJO) Rheinland-Pfalz äußert.

Von 2004 bis 2011 war er Generalmusikdirektor des Osnabrücker Sinfonieorchesters und bekam für die Einspielung der 1. und 2. Sinfonie des Komponisten Josef Bohuslav Foerster einen ECHO Klassik. Mit dem Iceland Symphony Orchestra hat er die beiden Oratorien Edda I und II des isländischen Komponisten Jon Leifs uraufgeführt und auf CD eingespielt.

Mit dem Label cpo verbindet ihn eine langjährige Partnerschaft und so entstanden Aufnahmen von Bruch, R. Strauss, Gernsheim, Gounod, Röntgen u.a. mit der NDR Radiophilharmonie Hannover, der Deutschen Radiophilharmonie Saarbrücken/Kaiserslautern, dem Philharmonischen Staatsorchester Mainz, dem Osnabrücker Sinfonieorchester und dem Kristiansand Symphony Orchestra.

In Mainz dirigiert Hermann Bäumer nicht nur beeindruckende Sinfoniekonzerte –  2018/2019 für das „Beste Konzertprogramm der Saison“ durch den Deutschen Musikverleger-Verband ausgezeichnet –,  sondern zeigt sich natürlich auch als versierter Operndirigent. Zu den Höhepunkten der vergangenen Spielzeiten zählen unter anderem Ligetis Le Grand Macabre, Wagners Die Meistersinger von Nürnberg, Poulencs Dialogues des Carmélites, Mathis der Maler von Paul Hindemith und Boris Godunow von Modest Mussorgskij.

Im Frühjahr 2020, während der Corona-Pandemie, entstand am Staatstheater Mainz in Zusammenarbeit mit dem Regisseur Jan-Christoph Gockel und in Kooperation mit dem ZDF/3sat der Film Beethoven - Ein Geisterspiel.